Theater ist Pädagogik

Im Theaterspiel probieren wir uns aus und definieren unser Verhalten neu durch die Erfahrung, die wir machen: entweder im Zusammenspiel der Rollen oder in der Beziehung zwischen Spieler_in und seiner oder ihrer jeweiligen Rolle; und später auch zwischen Publikum und Spieler_in.

Das hat unmittelbar mit der Glaubwürdigkeit des Spiels zu tun: Theater kann erst dann Wahrheit vermitteln, wenn es die Schauspieler nach ihrer ganz persönlichen Auffassung zu Ophelias Gefühlen Hamlet gegenüber befragt. Im Grunde genommen können Faust und Mephisto also maximal Projektionsflächen für Themen sein, die aktuell im Spieler oder dem/ der Zuschauer_in sind.

Freude, Interesse und Freiwilligkeit sind Voraussetzungen für eine solche Arbeit. Improvisation und Körperarbeit helfen dabei, einen neuen, ungewohnten und deshalb unverfälschten Zugang zum eigenen Blick auf die Welt zu finden. Wir können erkennen lernen, dass dieser Blick nicht unserem traditionellen Wertesystem unterworfen sein muss, sondern ganz neuen Regeln folgen kann.