Theater ist Gegenentwurf zur Leistungsgesellschaft

Theater will nicht nur bestehende gesellschaftliche Verhältnisse verändern. Es ist gleichzeitig Selbstzweck. Es befriedigt unseren Sinn nach Ästhetik unmittelbar. Im Spiel kann ich mich direkt und ohne Umschweife im Mensch-Sein erleben. Das ist revolutionär angesichts einer Umgebung, in der Leistung eine so große Bedeutung beigemessen wird.

Im Theater können wir – in einem durch den Spielleiter neu definierten Raum – völlig wertfrei und losgelöst von gesellschaftlichen Konventionen – experimentieren: Wir be-werten zunächst nicht und konzentrieren uns auf das Be-merken.

Theaterpädagogische Arbeit ist daher ein Gegenentwurf von Leistungsgesellschaft: In ihr gibt es eine unmittelbare Bedürfnisbefriedigung und sie arbeitet gegen Originalitäts- und Konkurrenzdenken.