Theatermacher

Im Vordergrund meiner Theaterarbeit steht der Forschergedanke: Mit den Mitteln des Theaters nähern wir uns einer Thematik, einem Zustand oder einer Geschichte, improvisieren, suchen Handlungsalternativen, verformen und verfremden zur Kenntlichkeit, indem wir Realität auf eine Bilderebene übersetzen, um einen neuen, ungetrübten Blick auf Wirklichkeit zu gewinnen. Hört sich kompliziert an, ich weiß. Im Grunde werde ich einfach immer und immer wieder dazu auffordern: „Zeig‘s mir!“ – und zwar, bis es eine Art Aha-Erlebnis bei allen gibt und wir alle bestätigen können: Das nun Gezeigte ist „echt“, „wahrhaftig“, vielleicht sogar: „Das kennen wir auch aus unserer Biographie. “

Meine Arbeit zielt nicht darauf ab, neue Realitäten zu erfinden, sondern vorhandene Wirklichkeit zu reflektieren und so schließlich auch Gesellschaft zu verändern – und wenn wir uns nur selbst als Teil der Gesellschaft neu definieren. Das erreichen wir nur, indem wir die Wirklichkeit durchdringen und dann in einer abstrahierten Form auf der Bühne zeigen: Realität bricht sich in der Kunst und zeigt in diesen Bruchstellen erst Wirklichkeit oder sagen wir: Wahrheit, die wir im Alltag nicht mehr als solche erkennen können.
Das Ergebnis ist ehrliches und konfrontatives Theater – für Publikum und Spieler_innen.